Freitag, 9. September 2011

09. September...

Es gibt mich noch. Und noch immer mit Inhalt.
Die beiden Rabauken haben es sich anscheinend sehr gemütlich gemacht und zeigen keinerlei Auszugsanzeichen. Hätte ich mir eigentlich denken können, sind ja schließlich ein Produkt ihrer Eltern - warum Stress machen, wenn es gerade so gemütlich ist?
Die Klinikärztin hat uns zwar minimale Hoffnung gemacht, weil sie meinte, dass es wohl nicht mehr allzu lange dauern wird, aber dass wir Mitte September überschreiten, damit ich rechne ich inzwischen fest. Vielleicht wollen sie unbedingt ihren Geburtstag auf der Wies'n feiern? Oh Horror.

Ansonsten muss ich hier mal erwähnen, dass Schwangersein inzwischen keinen Spass mehr macht. Ähem. Ich sehe aus wie Humpty Dumpty, habe einen hübschen John-Wayne-Cowboy-Gang, keuche wie eine Dampflok und meine armen Knochen knirschen und knacken wie morsches Holz. Ich bin sehr gespannt, ob ich ohne Bandscheibenvorfall oder dauerhaften Hüftschaden davonkomme.
Aber! Aber ich habe es gerade tatsächlich noch geschafft, mir die Zehennägel zu lackieren. Ha. Allerdings sehr zum Missfallen der Babys, die sich gerade heftig für die zusammengequetschten Minuten revanchieren.

Tja. Alles in allem werden wir wohl das kommende Wochenende - und somit auch meinen Geburtstag und unseren Hochzeitstag - zu zweit verbringen. Romantisch auf der Couch, möglichst bewegungslos, mit Trost-Schokolade in greifbarer Nähe.
Und immer in der Hoffnung, endlich eine richtige Wehe zu spüren oder womöglich sogar die Fruchtblase platzen zu erleben.

Muckels, haltet euch ran! Ihr wisst, was mein größter Geburtstagswunsch wäre!

Sonntag, 4. September 2011

Eure Kommentare...

... durften natürlich beim Umzug nicht verloren gehen - vielen Dank an dieser Stelle noch einmal für die wirklich lieben Worte! Es ist einfach schön, zu lesen, dass jemand mit einem mitfiebert. Danke! :-)


Anonym hat gesagt…

Wow! Herzlichen Glückwunsch! Hast du so schön geschrieben, man kann richtig mitfühlen!

Jolie hat gesagt…

Glückwunsch! Du schreibst das so richtig schön stolz&voller Vorfreude. Ich bin sehr gespannt wie es mit den beiden wird! Eine schöne Schwangerschaft wünsche ich dir noch!

Divina hat gesagt…

Och wie wunderschön. Ich habe mich grade ganz doll an die positiven Gefühle in meiner Schwangerschaft erinnert. Aber auch an das Heulen nach dem positiven Test. Danke dafür! Zwei Jungs, lieber Himmel. Ich war ja auch ganz sicher, dass ich ein Mädchen kriege. Meine Mutter zitiert mich gerne mit:
"Mama, ich habe einen Penis im Bauch!" Beim nächsten dann!

Anonym hat gesagt…

Sehr tolle Bilder!!! Ich freu mich so für dich.
Meine Schwester hat ja auch Zwillinge - 2 Jungs (ok, inzwischen 3 :))) und die sind so großartig!
Ihr werdet viel Spaß haben...
erzaehlpilz

Foxy hat gesagt…

Ah, ich habs grad gelesen, wie cool! Freut mich für dich/euch. :-)
Bei "Nüsschen" musste ich ziemlich grinsen - der erste Sohn von meinem Bruder hieß erstmal "Böhni" weil er aussah wie eine Bohne. ^^

Und der Text ist echt traumhaft geschrieben. Toll.

Steffi hat gesagt…

ich hatte vor der stillerei auch angst, mir wurde auch gesagt, jedes mal stillen dauert eine stunde (bei einem baby). aber es kam ganz anders. mein kleiner trinkt 5 minuten, wenn er mal trödelt sind es 10 minuten und das wars dann ;)
einfach abwarten wie deine 2 jungs das machen und nicht schon vorher den kopf zerbrechen!
liebe grüße

Bengelchen hat gesagt…

Ah, diese Berichte habe ich ja erst jetzt entdeckt!

Du schreibst toll, da will man ja gleich selber schwanger werden. (Hoffentlich ließt das mein Freund nicht *g*)

Anonym hat gesagt…

Du schreibst so schön - man kann richtig mitfühlen! Freue mich jedes Mal, wenn es einen neuen Eintrag gibt ;)

Gartenherz hat gesagt…

Soooooooo schön! Ich wünsch dir eine wunderbare Geburt und bis dahin noch hoffentlich entspannte Tage, welche du bei weniger hohen Temperaturen auch genießen kannst. Alles Liebe :-)

S hat gesagt…

Wie lieb! Dankeschön euch allen! :-)

Bling.Bling hat gesagt…

Wünsche euch 4 viel Glück und alles Gute für die Geburt und danach eine wunderschöne Zeit! :)

Carole hat gesagt…

Hallo! Ich verfolge deinen Blog schon eine weile als stumme Leserin, wir haben etwa zur gleichen Zeit geheiratet! Ich habe mich sehr für dich über deine Schwangerschaft gefreut und lese seitdem deine Berichte mit noch größerer Freude! Diese Leichtigkeit mit der du von deiner Schwangerschaft und deinen Zwillingen berichtest reißt einen richtig mit. Sie machen einem selbst richtig Lust darauf Zwillinge zu bekommen...Nun, langer Rede, kurzer Sinn: seit 4 Wochen weiß ich, dass dies auch bei mir der Fall ist :-))) Am Montag werde ich erfahren ob beide sich weiterentwickelt haben (2 Herztöne hatten wir schon, das ist ja schon nicht schlecht ;-)) Auf jeden Fall freue ich mich jetzt ganz besonders über deine kommenden Berichte als Inspiration! Ich wünsche dir von Herzen alles gute für die Geburt!!

29. August...

Untypisch für mich, dass hier zwei Posts so schnell aufeinander folgen, aber anscheinend packt mich langsam die Panik, dass es losgehen könnte und ich nicht mehr dazu komme, die letzten Fotos und Gedanken festzuhalten.
Momentan jedenfalls fühle ich mich sehr merkwürdig, zum ersten Mal ist die bevorstehende Geburt richtig präsent und ich habe die letzten Tage in leicht angespanntem Zustand verbracht, weil der Gatte unterwegs war. Heute kommt er nach Hause, was mich ungemein erleichtert.
Es ist für mich extrem ungewohnt, dass ich meinen Körper nicht einschätzen kann und ich grüble praktisch den ganzen Tag, ob meine Unruhe tatsächlich ein Zeichen dafür sein könnte, dass es losgeht oder ob ich mir zu viele Gedanken mache und daher unruhig werde. Rein körperlich sprach bisher jedenfalls nichts für eine frühe Geburt, das versuche ich mir gerade auch ständig vorzusagen. In drei Tagen ist der nächste Kliniktermin, dann wissen wir hoffentlich mehr.


Mein großer Kugelbauch, Fotos werden ihm kaum noch gerecht...



Und es ist kaum vorstellbar, dass darin zwei kleine Menschlein sitzen, die in diese winzigen Söckchen passen werden, oder?


26. August...



Endspurt!
Ab jetzt ist alles möglich. Und ich bin leicht aufgelöst, weil der Professor in der Klinik gestern meinte, dass es jederzeit losgehen könnte. Einerseits kann ich es kaum abwarten, andererseits ging das alles doch irgendwie viel zu schnell. Wenn sie noch etwa zwei Wochen drinbleiben würden, wäre ich sehr zufrieden - glaube ich jedenfalls und hoffe, dass meine aktuelle Gemütslage von der unerträglichen Hitze kommt und nicht vom Schwangerendasein. Ich bin knatschig und unausgeglichen, alles ist anstrengend und ich will eigentlich nur endlich die beiden Kleinen im Arm halten und sie kennenlernen. Aber natürlich wäre es schön, wenn sie noch ein paar Tage zur Gewichtszunahme hätten und kugelrund und gesund auf die Welt kommen würden.
Wie groß sie sind und wie viel sie wiegen, kann man inzwischen wohl nur noch grob schätzen, weil der Platz für genaue Messungen einfach nicht mehr ausreicht.
Es ist unglaublich faszinierend, die Beulen zu beobachten, die sie inzwischen durch meine Bauchdecke fabrizieren können. Nachdem die Köpfchen nach unten liegen, drücken sie ihre Popos gerne nach oben, wodurch sich unter meinen Rippen und in Bauchnabelnähe mehr als apfelgroße Wölbungen bilden. Oder es wandern kleinere Beulen über meinen ganzen Bauch, wenn sie ihre Beine oder Arme neu sortieren und versuchen, sich ein bisschen Platz zu schaffen. Ich muss noch immer grinsen, wenn ich das sehe.

Das einzige, was wir jetzt noch schaffen müssen: bis nächsten Samstag durchhalten, damit der künftige Papa bei der Geburt auch dabei sein kann.
Und das wird ja wohl machbar sein. Bitte. Mit Sahne obendrauf.



07. August...

Mutterschutz!

Mein letzter Arbeitstag ist vorbei und ich kann mir noch gar nicht vorstellen, dass das für die nächsten Monate so bleibt. Momentan fühlt es sich sehr komisch an, wie vorübergehend krank. Ich weiß gar nicht, was ich mit mir anfangen soll.

In Gedanken hatte ich mich immer unter einem Baum mit einem guten Buch am See liegend gesehen, aber... die Realität sieht leider anders aus. Wenn es warm ist, flüchte ich in die Wohnung und liege auf der Couch, weil es draußen viel zu anstrengend ist. Bewegen kann ich mich kaum und außer Radeln strengt alles fürchterlich an.

Die dicken Babys brauchen inzwischen ganz schön viel Platz. :-)


Die Anmeldung und Untersuchungen im Krankenhaus haben wir gerade hinter uns gebracht und vorher noch viel Lob von der Ärztin bekommen, wie gut wir uns schlagen und wie toll sich die Babys machen. Ich habe den ganzen Tag gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd.

Seit der letzten Untersuchung haben sich tatsächlich beide noch einmal um 180 Grad gedreht, ich konnte es kaum glauben. Jetzt liegt der erste mit dem Köpfchen nach unten und der zweite wieder in Beckenendlage.

Womit plötzlich doch die Option einer natürlichen Geburt gegeben ist, wofür ich mich - sofern alles so bleibt - auch entschieden habe. Versuchen kann man's ja.

Andererseits fürchte ich, dass die beiden sehr gelenkig sein könnten und weitere Purzelbäume hinkriegen. Es wird also wohl spannend bis zum Schluss bleiben.


Der Gatte war etwas schockiert, vor allem, weil ich so seine Planungswut ganz entschieden durchkreuzt habe und ihm nun niemand mehr sagen kann, wann genau er denn Papa wird. Das ist aber auch ein Ding mit den Babys, dass die sich nicht als Kalendereinträge festhalten lassen. Unverschämt.


Ich bin gespannt, wie er das restliche unplanbare Leben mit uns wegstecken wird. :-)



So in etwa fühle ich mich momentan übrigens:



Wasser ist mein liebstes Element. Noch Fragen? ;-)

12. Juli...

Wir haben den Geburtsvorbereitungskurs überstanden! Und das sogar ziemlich gut. Der Ehemann hat keine Traumata davongetragen und mich konnte auch nichts ernsthaft demoralisieren oder mir meine (sehr erwünschte) Naivität rauben.

Ich bin immer noch der Überzeugung, dass es, na ja, vielleicht nicht gerade ein Spaziergang, aber zumindest auch kein Horrortrip wird, wenn die beiden Kleinen endlich da sind.

Trotz der in Aussicht gestellten 10-12 Stunden Stillerei täglich. Die mich doch ein klitzeklein wenig beunruhigen, um ehrlich zu sein. Aber dennoch - das wird schon.


Ich bin jedenfalls froh, wenn sie da sind, weil mir Wetter und Bauch doch ganz schön zu schaffen machen. Es hat wieder über 30 Grad und ich kann eigentlich weder sitzen noch liegen, von stehen ganz zu schweigen. Die Nächte werden auch immer unangenehmer, weil mir ständig Körperteile einschlafen und ich effektiv nur zwei Positionen einnehmen kann: Seite links und Seite rechts, für jeweils etwa 15 Minuten bevor sich die Nerven in Hüfte, Bein, Arm oder Handgelenk melden und die Blutzufuhr abgequetscht wird.


Im Kurs war deutlich zu sehen, dass mein Bauch in der aktuell 29. Woche alle anderen überragt, die teilweise schon in der 35./36. Woche waren. Puh. Wo das wohl noch hinführt?



24. Juni...

Der Kinderwagen ist endlich unser! Nach einer wirklichen Odyssee hat ihn der Gatte heute abgeholt. In den Niederlanden. Auf sage und schreibe 7 Packstücke aufgeteilt. Was einen ganzen Kofferraum füllt.


Nichtsdestotrotz bin ich sehr erleichtert, dass nun doch alles geklappt hat und wir in ein paar Wochen nicht ohne Wagen dastehen, womit ich insgeheim ein bisschen gerechnet hatte.

Der Zusammenbau und die erste Verladung in das Auto eines Freundes scheinen die beiden Männer überaus zufrieden gestellt, wenn nicht sogar begeistert zu haben. Und gut aussehen soll er auch noch.

Dann warte ich mal voller Spannung auf die Heimkehr von Gatte und Kinderwagen morgen.




19. Juni...

Die beiden Jungs halten mich jetzt schon ganz schön auf Trab. Momentan scheinen sie den Spaß an Purzelbäumen entdeckt zu haben, jedenfalls fühlt es sich für mich so an. Am Freitag war den ganzen Tag Rambazamba in meinem Bauch.

Auch den ersten Kinobesuch (seit Monaten) haben sie gut überstanden, obwohl es sie anscheinend in helle Aufregung versetzt hat - Capt'n Jack Sparrows Schlachten in Dolby Surround waren wohl recht beeindruckend. Die letzten Tage haben wir ihnen sicherheitshalber nur Lalelu von der Spieluhr vorgespielt. :-)

Obwohl mein Mann vermutlich alle Beruhigung zunichte gemacht hat, als er im Dunkeln hinter der Badezimmertür stand und mir - unabsichtlich - einen solchen Heidenschreck eingejagt hat, dass ich schreien musste. Und danach erst in Lachen und dann in Tränen ausgebrochen bin, weil meine Nerven momentan nicht die besten zu sein scheinen. An den Adrenalinschock erinnern sie sich sicherlich noch lange.

Aber der Gatte ist vorgewarnt, das nicht noch einmal passieren zu lassen: meine Selbsterhaltungsreflexe sind sehr intakt und ich konnte mich gerade noch davon abhalten, ihm eins auf die Nase zu geben. Wer weiß, ob ich beim nächsten Mal so schnell erkenne, dass nur er es ist. Hätte ja auch immerhin ein Einbrecher sein können.


Ansonsten geht es uns ziemlich gut, von den üblichen Zipperlein wie Rücken- und Hüftschmerzen und Problemen mit Hitze und Wetterumschwüngen abgesehen, können wir drei uns nicht beschweren. Sag ich jetzt mal und gehe davon aus, dass die Kleinen auch zufrieden sind. Vor allem, nachdem ich gerade nur noch halbtags arbeite und endlich Mittagsschläfchen halten kann. Herrlich.


Der Bauch jedenfalls wächst und wächst, das Ikea-Papiermaßband reicht nicht mehr aus, also kann ich nur vermuten, dass ich mindestens die 110 cm geknackt haben muss. Eher mehr.


02. Juni...

Oh Gott. Ich glaube, mein Bauch explodiert bald.

Seit ein paar Tagen fühle ich mich schlapp und ausgelaugt, der Bauch zieht und zwickt und fühlt sich so schwer an, Schlafen wird immer schwieriger, weil ich keine Stellung mehr finde, in der es halbwegs erträglich wäre - entweder die Babys hängen auf einer Seite, was mehr als unangenehm ist, oder mir schläft der Arm ein, das Becken schmerzt, der Oberschenkel wird taub.

Ich will schwer hoffen, dass sie gerade einen ordentlichen Wachstumsschub hinlegen, meine beiden Dickerchen, und das nicht der Zustand der nächsten Wochen bleibt.

Noch etwa dreieinhalb Monate, die Zeit wird so rasend schnell vergehen.


Namen haben wir noch immer nicht, die Suche geht auch nicht wirklich voran. Ach je, wir werden zwei Namenlose gebären.

Hoffentlich kommt die große Eingebung noch.

26. Mai...

Wow. Meine beiden Jungs scheinen im Kurzurlaub Kraft getankt zu haben. Ich spüre sie seit ein paar Tagen wie wild zappeln und rumoren, inzwischen schon so kräftig, dass man es von außen sehen kann. Der zukünftige Papa ist ganz fasziniert, weil er sie endlich auch spüren kann. Und auch ich selbst kann es noch immer nicht richtig fassen, dass ich Bauchbewohner habe, die sich auch noch vehement bemerkbar machen. Bisher ist es aber einfach schön, man kann es nicht einmal als Tritte bezeichnen, weil es sich eher wie ein Klopfen oder eine Muskelzuckung anfühlt. Ein wenig Bammel habe ich allerdings schon vor den nächsten Wochen, wenn sich die Bewegungen zu ordentlichen Kicks und Rangeleien auswachsen.


Zumindest ihr Schlafrhythmus scheint meinem ähnlich zu sein - heute morgen schienen sie mit mir zusammen aufgewacht zu sein und haben den Tag im Büro mit Zappeleien verbracht. Ich hoffe, sie sind nun müde und schlafen gleich mit mir ein.


Vorher gibt es noch ein paar Schlaflieder vom iPod, die Rockabye Baby! lullaby renditions sind einfach toll, kann man durchaus auch ohne Nachwuchs hören. Das tolle daran ist, dass man als Erwachsener die Originale im Ohr hat und mitsingen kann, ohne dass einem das Gedudel auf die Nerven geht. Erhältlich auch bei iTunes oder über Amazon.



Gute Nacht!

18. Mai...

Nun ist es also offiziell. Ich werde Mama von zwei Jungs.

Wer hätte das gedacht? Ich war eigentlich von Anfang an felsenfest davon überzeugt, dass wir mindestens ein Mädchen bekommen, dachte sogar, dass es zwei werden. Man sagt ja, dass Männer, die Strahlung ausgesetzt sind, eher weibliche Nachkommen zeugen, und nach eingehender Beobachtung im eigenen Umfeld und im Kollegenkreis meines Mannes sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass uns wahrscheinlich ein Mädchen beschert wird.

So kann man sich täuschen. Wobei es doch vielleicht nicht gänzlich überraschend ist, schließlich haben wir ja bereits mit unserem "Doppeltreffer" die Ausnahme der Regel bestätigt - weshalb nicht jetzt auch zwei Jungs produzieren?


Jedenfalls geht es den beiden prächtig, sie wachsen und gedeihen, wie es sein soll, und messen inzwischen stattliche 25 cm, worauf ich sehr stolz bin.

Außerdem haben sie ihre lebhafte Art beibehalten, der Arzt hat uns ein klein wenig mit seinem Ausspruch "Na, damit wünsche ich Ihnen viel Spaß! Das wird noch heiter." schockiert, als er versuchte, vernünftige Ultraschallbilder von ihnen für die Organuntersuchungen zu bekommen - was bei der ganzen Zappelei tatsächlich nicht ganz einfach war.

Aber ich muss sagen, der elterliche Stolz kam ziemlich schnell: wir bekommen so richtige Racker. Großartig.

Staudämme bauen, Bobbycar-Rennen, Baumhäuser erstürmen, Sandburgen erschaffen und sich so richtig dreckig machen. :-)

Ich kann es kaum erwarten, euch beide kennen zu lernen.













07. Mai...

Es ist Frühling! Oder eigentlich vielmehr Sommer. Das Wetter ist unglaublich, weit über 20 Grad und strahlender Sonnenschein. Ich habe heute fast den ganzen Tag draußen verbracht, lag im Park in der Sonne und habe die Frühlingsgefühle genossen.

Den beiden kleinen Bauchinsassen scheinen die wärmeren Tage auch gut zu bekommen, sie lassen mich inzwischen seit drei Tagen durchschlafen und erholt aufwachen und auch sonst ist seit etwa anderthalb oder zwei Wochen endlich so etwas wie Normalität eingekehrt. Die Bauchschmerzen, die ich sonst vom vielen Sitzen bekomme, treten nur noch selten auf, Übelkeit so gut wie gar nicht und mein Geruchssinn scheint auch - bis auf eine extreme Waschmittelaversion, die trotz mehrfachem Markenwechsel einfach nicht verschwinden mag - wieder zum Normalbetrieb zurückgekehrt zu sein. Wobei das vielleicht doch nicht ganz zutreffend ist, nachdem meine momentanen Lieblingsgerüche Tiefgaragen-Abgas-Muff und Spiritus-Glasreiniger-Duft sind. :-)


Der Bauch scheint übrigens einen gewaltigen Sprung gemacht zu haben, der Blick in den Spiegel hat sogar mich überrascht.

Ich glaube, nun beginnt die vermutlich beste Zeit der Schwangerschaft, die schlimmsten Zipperlein sind vorbei und der Bauch noch nicht so gewaltig, dass man zu sehr eingeschränkt oder von Schmerzen geplagt ist.

Wir haben Halbzeit, heute hat die zwanzigste Woche begonnen.


28. April...

Wir bekommen einen Jungen! Beim letzten Ultraschall hat sich eines der beiden völlig überraschend zwischen die Beine gucken lassen und einen kleinen Penis offenbart. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit dafür, das es das war, ziemlich hoch. Meine Gynäkologin wollte sich trotzdem noch nicht zu definitiven Aussagen hinreißen lassen. Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass sich die Nüsschen langsam outen könnten, deshalb kam das wirklich aus heiterem Himmel. Zumal ich ja, ehrlich gesagt, tief im Inneren davon überzeugt war, dass es zwei Mädels werden.

Hoffentlich lässt mich das zweite, das sich bisher verschämt (oder genervt?) weggedreht hat, jetzt nicht im Stich und entpuppt sich zur Abwechslung als Mädchen - ansonsten wäre das Ungleichgewicht in unserer Familie ja fatal. Ich brauche doch unbedingt weibliche Unterstützung, um den Gatten in Schach zu halten.

An den momentanen Status der absoluten Stimmenmehrheit, den ich mir selbst verliehen habe - hey, ich zähle schließlich wirklich für 3! - habe ich mich schon zu sehr gewöhnt, um 1:3 gegen die Männer klaglos unterzugehen.

09. April...

Es wird besser. Mein Bauch ist gewaltig gewachsen und langsam kann ich die Babys spüren. Keine tatsächlichen Bewegungen, ich fürchte, die bilde ich mir bisher nur ein, aber dass in mir etwas wächst. Wenn ich mich von einer Seite auf die andere drehe, ist die Unwucht richtig zu fühlen. Als würde sich eine Kegelkugel im Bauch verlagern.Die Kleinen sind inzwischen fast 10 Zentimeter groß und sehen aus wie richtige kleine Menschlein. Wir haben heute den fünften Monat angefangen und ich kann mir kaum vorstellen, schon seit 16 Wochen schwanger zu sein, obwohl es bisher eher unschön war.Die Ängste der ersten Wochen und das In-sich-Reinhorchen und Hoffen, dass alles gut geht, das alles hat nachgelassen. Die Zuversicht ist mit jeder Woche und jedem Ultraschall gewachsen, die Kleinen werden sich bestimmt prima entwickeln. Lebhaft scheinen sie jedenfalls jetzt schon zu sein und auch "gut genährt", wie der Arzt meinte. Ein kleines Dickbauch-Baby, wie ich fand. :-) Das andere hatte sich anscheinend in seiner Ruhe gestört gefühlt und uns, mit den Händen vorm Gesicht, demonstrativ den Hintern zugedreht.Das Geschlecht werden wir wohl in fünf Wochen bei der nächsten großen Untersuchung erfahren. Hoffentlich lassen sich die beiden bitten und fühlen sich nicht wieder belästigt.Die Namenssuche gestaltet sich nämlich schon jetzt mehr als schwierig.


28. Februar...

Die Tage vergehen zäh wie Kaugummi.

Ich bin in ständiger Warteposition - warten, dass das erste Trimester endlich vorbei ist, warten auf den nächsten Arztbesuch, das nächste Ultraschall, warten auf das Ende des Arbeitstages, warten auf den Sommer.

Das kalte, graue Wetter ist entsetzlich deprimierend und die letzte Nacht war wenig erholsam.

Zu allem Überfluss ist heute auch noch Montag.


Ob es jemals wieder wärmer wird?

19. Februar...

Ich hasse es. Seit Wochen geht es mir nun merkwürdig. Nicht direkt schlecht, aber auch nicht gut. Wenn man Grippe hat, weiß man, dass man irgendwann in absehbarer Zeit wieder fitter sein wird und das Leben weitergehen kann. Dieser Gedanke ist tröstlich und hilft einem durch den Tag.Mit der Schwangerschaftsübelkeit ist es allerdings eine ganz andere Sache.Tag für Tag wache ich durch die Übelkeit zu einer unmöglichen Zeit auf, bleibe noch ein, zwei Stunden liegen und schleppe mich dann durch den Tag, bis ich endlich nach Hause, in die Badewanne und dann direkt ins Bett kann, weil mir für alles andere die Energie fehlt. Ständig begleitet von der Übelkeit und der Befürchtung, dass das womöglich noch weitere Wochen und Monate so bleiben wird.Mein Mann darf in meinem Beisein kein Parfüm benutzen, Deo ist ein ganz großes Tabu und sogar unsere Seife wurde inzwischen verbannt, weil mich der Geruch fast durchdrehen lässt. Ich laufe, durch den Mund atmend (was übrigens gar nicht so einfach ist, als normal nasen-atmender Mensch), morgens ins Büro, sitze bei Minusgraden am Fenster und nehme Erfrierungserscheinungen in Kauf, um nicht bei dem Parfümduft meiner Kollegin direkt in den nächsten Papierkorb erbrechen zu müssen und schreie aus dem Schlafzimmer hysterisch meinen Mann an, dass er um Gottes Willen die Türe schließen soll, während er im Wohnzimmer putzt oder kocht.Ich sage alle Verabredungen ab, weil ich entweder - aller Voraussicht nach - nicht mehr wach sein werde, wenn man sich trifft, oder aber ein gemeinsames Essen geplant ist, das ich nicht überstehen würde.Ich bin nicht in der Lage, mittags für das Abendessen einzukaufen, geschweige denn, samstags für Sonntag. Ich esse, damit mir nicht übel ist und danach ist mir übel, weil ich gegessen habe. Statt wie früher ein Hungergefühl zu verspüren, wird mir schlecht. Von einer Minute auf die andere. Dann habe ich exakt 5 Minuten, herauszufinden, was ich essen könnte (ohne dass mir von dem Gedanken daran wieder schlecht wird), dann esse ich und danach wird mir wieder übel.


Februar...




Ach du meine Güte. Positiv.
Da saß ich nun um 6 Uhr morgens in unserem Bad und hielt den positiven Schwangerschaftstest in den Händen.
Nach Tagen voller Vorahnungen und Grübeleien hatte ich es an diesem Samstagmorgen um sechs nicht mehr ausgehalten und mich ins Bad geschlichen, um endlich den Test zu machen. Wir waren seit einigen Monaten verheiratet und wollten beide ein Kind, allerdings hatten wir uns auf eine längere Wartezeit eingestellt. "Pessimistische Schwangerschaftsplanung", wie es meine Freundin nannte, weil wir davon ausgingen, dass es bei nur wenigen fruchtbaren Tagen im Monat und den unregelmäßigen Arbeitszeiten meines Gatten mindestens einige Monate dauern würde und in diesem Jahr sicher kein Nachwuchs mehr zu erwarten wäre.
Wir hatten ja keine Ahnung.

Jedenfalls saß ich am Badewannenrand und starrte den Test an: Positiv 1-2 Wochen.
Es gab nichts misszuverstehen, ich war schwanger.
Und dann brach plötzlich die Realität über mich herein. Was hatten wir uns bloß gedacht? Weshalb so früh? Warum denn nicht noch ein paar Monate, ach was, Jahre gewartet? Wie hatten wir uns jetzt unser schönes, ruhiges, zweisames Leben versaut?
Folglich war meine erste Handlung nach diesem freudigen Ergebnis heftigst in Tränen auszubrechen.
Unter Schluchzen kroch ich zu meinem Mann ins Bett, der von meiner Reaktion und auch dem Testergebnis (außerdem möglicherweise auch ob der Uhrzeit, zu der ich ihn weckte) doch ein wenig schockiert war.

Das ging alles ganz schön fix, nie im Leben hätte ich damit gerechnet, noch in diesem Jahr ein Baby zu bekommen.

Und nach dem ersten Arztbesuch war die Überraschung noch gewaltiger:
Zwillinge.
Nicht zu fassen.

Wobei ich sagen muss, dass es mich viel heftiger traf, dass ich überhaupt Mutter werden würden, als die Tatsache, dass es gleich zwei Racker werden.
Die Ärztin riet mir allerdings, mich nicht zu sehr darauf einzustellen, da es doch höchst ungewöhnlich sei, dass sich zwei befruchtete Eizellen gleichzeitig entwickeln würden. Eine bliebe wohl meistens zurück und würde wieder abgebaut werden.
Nach weiteren zwei Wochen waren unsere beiden Nüsschen (auf den ersten Ultraschallbildern sahen sie aus wie kleine Erdnüsse) aber immer noch munter und wohlauf und auch termingerecht entwickelt.
So leicht würden sie sich nicht unterkriegen lassen.